09.06.2017

Wie vermeide ich einen Kollaps beim Lauerzerseelauf und laufe neue Bestzeit?

Der menschliche Körper besteht bekanntermassen vorwiegend aus Wasser. Konkret beträgt der Wasseranteil bei einem gut trainierten, männlichen Freizeitsportler rund 60% des Körpergewichts, bei einer Frau etwa 5-10% weniger. Ein 70kg schwerer Lauerzerseelaufathlet trägt somit 42l Wasser um den See.

Der Wasserverlust über die Schweissproduktion kann je nach Witterung und Bekleidung schnell einmal 2-3l/h ausmachen. Dies entspricht über eine Wettkampfdauer von 1 Stunde 3-4% des Gesamtkörpergewichts, was keine GESUNDHEITLICHEN Probleme macht und die Leistungsfähigkeit nicht beeinflusst.

Es liegt auf der Hand, dass die wenigen Schlucke Wasser, die beim  Verpflegungsstand zugeführt werden können, keine grosse Rolle spielen.

Viel wichtiger ist aber der Umstand, dass der Athlet beim Start nicht bereits einen Flüssigkeitsmangel mitbringt. Die Teilnehmer von Feierabendläufen im Sommer haben oft schon den ganzen Tag gearbeitet und unter Umständen wenig Flüssigkeit zu sich genommen. Ein zusätzlicher Verlust während dem Lauf wird dann viel schlechter toleriert und kann eine drastische Leistungseinbusse zur Folge haben.

Um dies zu vermeiden, sollte der versierte Ausdauersportler folgende 3 Punkte beachten.

  - Am Wettkampftag bereits ab dem Aufstehen viel und regelmässig trinken. Idealerweise müssen sie 2-3stündlich Wasser lösen gehen und der Urin ist hell und klar. Damit dürfen sie sicher sein, dass ihr Körper am Start optimal hydriert ist.

  - Füllen sie ihr inneres Bidon. 5-10Minuten vor dem Start 3-5dl Wasser trinken. Der Magen ist wie eine Trinkflasche und das getrunkene Wasser wird dem Körper über die ersten 30 Rennminuten zur Verfügung gestellt.

  - Essen sie um und am Wettkamptag kohlenhydratreich (Stichwort „Pastaparty“). Kohlenhydrate werden in Form von Glykogen im Muskel und in der Leber gespeichert. Sie stellen rasch verfügbare Energiereserven dar und jedes Gramm Glykogen speichert zusätzliche  4g Wasser. Auch dies eine Form „inneres Bidon“.

 

Gute Hydrierung, seriöses Training, passende Bekleidung und ein gesundes Mass an sportlichem Ehrgeiz. Ein tolles Laufergebnis und eine befriedigende Schlusszeit sind ihnen damit garantiert.

Dr. Ch. Stähli
Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
Leitender Arzt im Spital Schwyz

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